2. Adolphe Sax
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Als geschichtlich relativ neues Instrument ist das Saxophon eines der ganz wenigen, dessen Erfindung gezielt auf eine Person zurückgeführt werden kann.
Adolphe Sax wurde am 6.11.1814 als ältester Sohn von elf Kindern in Dinant an der Maas im heutigen Belgien geboren. Sein Vater Charles Sax war eigentlich Kunsttischler und siedelte bereits 1815 nach Brüssel über, wo er eine Instrumentenbauwerkstatt eröffnete.
In Brüssel studierte Adolphe Sax unter anderem Gesang, Harmonielehre und Klarinette. Er galt als virtuoser Meister der Klarinette. Im Jahr 1835 übernahm Adolphe Sax die Werkstatt seines Vaters und begann 3 Jahre später seine ersten Arbeiten am später so genannten Saxophon.
1842 wechselte Adolphe Sax mit seiner Werkstatt nach Paris, wo er im gleichen Jahr das vielbeachtete Bass-Saxophon vorstellte. Als junger Belgier und Ausländer traf er in Paris auf erheblichen Widerstand seitens der dort ansässigen französischen Instrumentenbauer. Die Konkurrenz machte ihm immer wieder die Erfindung des Saxophones strittig oder versuchte, Adolphe Sax des Plagiats zu bezichtigen. Dies zog viele jahrelange Prozesse und Streitigkeiten um Patente nach sich und kostete vor allem viel Geld.
Zunächst gründete Sax 1843 eine Kommanditgesellschaft auf Aktien unter dem Namen "Adolphe Sax & Cie". Ein Jahr später fand das erste öffentliche Konzert mit mehreren Saxophonen in Paris statt. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil für Sax lag darin, dass er sein Instrument selbst beherrschte und nicht andere Musiker mühselig darin ausbilden musste. Dies führte dazu, dass er seine Konkurrenz mehrfach zu öffentlichen musikalischen Wettstreiten herausfordern konnte, welche er regelmäßig gewann.
In den folgenden Jahren errang Sax mehrere Preise und Goldmedaillen auf verschie-denen Ausstellungen. Nachdem Sax 1845 sein Instrument vor der königlichen Familie präsentieren konnte, wurde die Ausstattung des französischen Militärs mit Sax-Instrumenten beschlossen. Erst 1846 beantragte Sax ein Patent auf seine auf 8 Baugrößen angewachsene Saxophon-Familie, wobei er im Antrag nur das Bass- und das Baritonsaxophon in der Applikatur näher beschrieb.
Das Patent wurde ihm zunächst auf 15 Jahre zuerkannt, Sax verlängerte es kurz vor Fristablauf um 5 Jahre. Die komplette Instrumentenfamilie stellte Sax 1849 auf der Pariser Industrieausstellung öffentlich vor.
Ein erster Konkurs seiner Firma konnte 1852 durch Vergleiche abgewehrt werden. Nach Vorschlägen von Adolphe Sax reorganisierte Napoleon III. 1854 die französische Militärmusik. Die wiederholte Klage auf Annullierung des Saxophon-Patentes wurde endgültig abgelehnt und ein Jahr später erhielt Sax durch kaiserliches Dekret die französischen Bürgerrechte. Im Jahre 1857 trat Sax eine Anstellung als Lehrer einer Saxophonklasse für Militärmusiker am Pariser Conservatoire an.Die Niederlage der französischen Armee in der Schlacht von Sedan 1870 führte zur Auflösung dieser Militärklasse. Die folgende schlechte wirtschaftliche Lage trug zum 2. Konkurs im Jahr 1873 bei, der abermals abgewendet werden konnte. Der 3. Konkurs 1877 führte zur Versteigerung der wertvollen Musikinstrumentensammlung von Adolphe Sax und zum Ausverkauf seiner Werkstatt.
Am 7.2.1894 stirbt Sax einsam und verarmt in Paris. Zuletzt hatte er nach Fürsprache eines Förderers eine kleine Pension erhalten. Adolphe Sax galt zu Lebzeiten als polarisierende Persönlichkeit, welche viele Gegner aber auch viele Bewunderer hervor rief. Jahrzehntelang war er in Intrigen und Prozesse verwickelt, die er aus eigener Kraft aber auch mit Hilfe von Fürsprechern überstand.
Von seinem Erfindungsreichtum und logischem Denken zeugen unter anderem ca. 30 Patente in verschiedenen Bereichen, überwiegend im Instrumentenbau aber auch beispielsweise Apparate der Medizin betreffend.
Am Ende hatte er die meisten seiner Förderer und Feinde überlebt. In einem öffentlichen Appell zur Darlegung seine persönlichen Situation beklagt Sax 1887, dass er nur "...einige Stunden des Friedens in einem von Sorge verschlungenen Lebens erreichen konnte." Sein Sohn Adolphe Edouard Sax (1859 - 1945) setzte den Instrumentenbau fort und übergab die Werkstatt 1928 an die Pariser Firma Henri Selmer.
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