5. Hersteller

Zwischenzeitlich sind die Saxophon-Hersteller über die ganze Welt verstreut. Ursprünglich befanden sich die bedeutendsten Hersteller des 20. Jahrhunderts in Frankreich und den USA, womit sich diese Arbeit auch überwiegend beschäftigt.

Daneben spielen bzw. spielten Hersteller in Deutschland eine größere Rolle. Hier ist vor allem eine Ansammlung von Herstellern in Markneukirchen und Klingenthal in Sachsen sowie das direkt angrenzende Graslitz/Böhmen (heutiges Kraslice in Tschechien) zu berücksichtigen.

Firmen aus dem asiatischen Raum wie Yanagisawa und Yamaha machten sich erst im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts mit sehr guten Nachbauten von französischen Sa-xophonen bemerkbar, während seit dieser Zeit die Saxophone amerikanischer Firmen nur noch Mittelmaß erreichten.

Aus dem geschichtlichen Hintergrund ist eine gewisse Unterscheidung von amerikani-schen und französischen Saxophonen erkennbar. So gilt der Ton der französischen Saxophone in der Höhe als strahlender und obertonreicher aber auch etwas distanziert. Der Ton im tieferen Bereich sei eher flach und nicht so leicht ansprechbar. Dagegen wird den amerikanischen Instrumenten aus der Zeit der 30er bis teilweise in die 60er Jahre eine satte und leichtere Ansprache besonders in der Tiefe sowie insge-samt ein warmer, voller und runder Ton nachgesagt.

Nachdem die Qualität der amerikanischen Saxophone stark nachgelassen hat, ergibt sich eine größere Nachfrage nach Vintage-Saxophonen (gebrauchte Oldtimer-Instrumente) besonders von Herstellern in den USA.
Das wohl berühmteste und bekannteste Saxophon stammt jedoch aus französischer Produktion, nämlich von Henri Selmer aus Paris. Die Preise für das zwischen 1954 und 1975 gebautes Mark VI sind vergleichsweise sehr hoch. Manche sind der Meinung, dass es mit u.U. mehr als 4000 Euro überbezahlt ist.
Zumindest Selmer Paris beabsichtigt offensichtlich, dieses Marktsegment neu zu besetzen, in dem mit zwei originalen Nachbauten (Reference 36 und Reference 54) des Balanced Action aus dem Jahre 1936 bzw. des Mark VI aus dem Jahre 1954 diese Saxophone seit kurzem neu aufgelegt wurden.

 

Der Gebrauchtmarkt erstreckt sich teilweise sogar auf die Mundstücke. Für Puristen ist es selbstverständlich, ein Vintage-Instrument amerikanischer Herkunft auch mit einem alten amerikanischen Mündstück, beispielsweise von Otto Link, mit einer großen Kammer zu spielen. Für französische Instrumente würden sich eher die Mundstücke von Berg Larsen anbieten.

Letztendlich offerieren die Hersteller von Mundstücken ein breites Spektrum verschiedener Bauarten und der Sound wird von vielen anderen Faktoren ebenso beeinflusst. Zu berücksichtigen ist wohl auch das Einsatzgebiet, ob der Spieler sich eher im Rock- und Pop-Bereich (französische Konfiguration?) oder in der Klassik (amerikanisch?) zu Hause fühlt.

Ein Problem auf der Suche nach guten Vintage-Instrumenten sind sicherlich die Stencil-Saxophone. Das bedeutet, dass besonders amerikanische Hersteller ihre Instrumente gelegentlich durch andere Instrumentenbauer ohne weitere Kennzeichnung oder unter anderer Markenbezeichnung produzieren ließen und wesentlich günstiger verkauften. Eine Zuordnung zu einer guten Serie des ursprünglichen Hersteller gestaltet sich in diesen Fällen meist ziemlich schwierig.

In den nächsten Kapiteln folgt eine Übersicht über die verschiedenen wichtigeren Hersteller, beginnend bei Frankreich, den USA und über Deutschland zu sonstigen wichtigen Herstellern. Insgesamt soll die Zuordnung der gängigen Baugrößen (Alt und Tenor) von Saxophonen zu bestimmten Herstellern bzw. Produktionsjahr etwas erleichtert werden.

In nahezu allen Fällen weisen die Saxophone unterhalb des Daumenhalters zumindest eine meist fortlaufende Seriennummer des Herstellers auf. In einigen Fällen ist die Patentnummer oder bei Instrumenten aus den 20er Jahren die Stimmung (LP oder HP) eingeschlagen.
Der Hersteller und die Modellbezeichnung gehen, falls vorhanden, aus der Bechergra-vur hervor. Hier wurde jedoch häufig neben der Firmenbezeichnung auch einfach nur der Herstellungsort oder der Sitz des Unternehmens bezeichnet, was manchmal eine Zuordnung zu einem bestimmten Hersteller schwierig macht.

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