11. Persönliches Resumee
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Anlass dieser Facharbeit war zum einen, dass ich vor der Wahl stand, ein gutes neues Saxophon oder ein guterhaltenes Vintage-Saxophon zu kaufen und mir da einen Überblick verschaffen wollte. Zum anderen habe ich 2002 die Fachhochschulreife nachgeholt, wobei die Erstellung einer Facharbeit verlangt wurde, sodass ich beides miteinander verbinden konnte.
Auf Grund dieser Nachforschungen habe ich mich persönlich für ein Alt-Saxophon Conn 6M Ladyface (319 XXX) mit Microtuner und umgebördelten Tonlöchern entschieden. Und damit bin ich äußerst zufrieden. Die Unzulänglichkeiten in der Applikatur werden mehr als genug durch den hervorragenden Sound aufgewogen. Die Stimmung ist ebenfalls ausgezeichnet und kann (nach meinem Dafürhalten) mit meinem Selmer Super Action II Alt-Saxophon locker mithalten.
Der in der Facharbeit beschriebene Unterschied zwischen amerikanischen und französischen Bauweisen läßt sich im unmittelbaren Vergleich gut heraus hören. Während sich das Selmer direkt und aggressiver im Ton verhält, ist das Conn Ladyface eher bei den zurückhaltenden und voluminösen Tönen vor allem in der unteren Oktave zu bevorzugen.
Neben den beiden Altos besitze ich noch ein Holton C-Melody Saxophon, ein Selmer Super Action II Sopran-Saxophon sowie ein Conn 10M (Tenor, Ladyface, 312 XXX).
Für das 10M habe ich vorher mein mattlackiertes Selmer SA II Tenor-Sax verkauft. Das Selmer war in einem erstklassigen Zustand und klang auch einwandfrei. Trotz dem ich beim Verkauf Verluste gemacht habe, würde ich es sofort wieder gegen das 10M eintauschen, von dem ich schlichtweg begeistert bin.2006 habe ich dann das gemacht, was man eigentlich nicht machen sollte - ein Saxophon ungesehen über das Internet gekauft, genauer gesagt bei eBay. Es war aber schön billig, weil ich der einzigste Bieter war. Verkäufer war ein Antiquitätengeschäft, der die Kiste lediglich als Conn-Saxophon angeboten hat. Es handelt sich um ein Chu Berry (213 XXX), das sogar in spielfähigem Zustand geliefert wurde. Und Leute, ich muss sagen, die Kiste hat den weltbesten Klang, den ich bei einem Saxophon gehört habe. Ich bin völlig begeistert, wobei man natürlich Abstriche in der Stimmung und der Applikatur machen muss. Ein absolut weicher, voluminöser und unaufdringlicher Ton. Ich bin mal gespannt, was da nach einer Generalüberholung noch rauszuholen ist.
11.1. Meine Konfiguration
Bei den Blättchen habe ich anfangs lange rumgemacht. Beim Kauf gegen das Licht gehoben, zuhause teilweise zurechtgefeilt und so. Ich hatte auch einen Blattschneider, damit ich zu leicht gewordene Blätter wieder nachstutzen konnte. Kann man machen, aber aus
meiner Sicht ist es vor allem wichtig, für jedes Sax verschiedene Blättchen gleichzeitig in Gebrauch zu haben. Nur dann merkt man rechtzeitig, wenn ein Blättchen abgeblasen ist und kann es aussondern, ohne dass sich der Ansatz verändert.
Die Marke der Blätter ist natürlich Geschmackssache, ich nehme gelegentlich Rico-Royal und vor allem Hemke-Blätter. Die Hemke sind zwar etwas teuer aber in der Qualität und Blattstärke dafür gleichbleibender als die meisten anderen.Mundstücke sind ein Thema für sich. Ich denke, dass da der Einsatzbereich des Saxophons durchaus mit entscheidet. Das war auch der Grund, dass ich für mein Alt-Sax bis jetzt kein Metallmundstück gekauft habe. Für mich überrachenderweise bin ich beim Sopran-Saxophon mit einem Metallmundstück von Yanagisawa besser zurecht gekommen als mit einem Kautschuk-Teil. Das Metallmundstück klang am weichsten und sprach vor allem bei den hohen Töne besser an.
Hilfreich war die Möglichkeit, die Mundstücke zuhause mehrere Tage zu testen. Sollte eigentlich selbstverständlich sein. Ein kurzes Anspielen im Laden und dann auch noch ein super Mundstück zu erwischen ist eher Glückssache.
Ich habe mal gelesen, dass Saxophonspieler durchschnittlich Blätter der Stärke 2 auf offenen Mundstücken mit der Bahn 7 bis 8 spielen. Da liege ich also voll im Trend.Zuguterletzt muß man noch die Generalüberholungen ansprechen. Ich bin Materialspieler, so dass zumindest bei meinem Hauptinstrument, dem Selmer Alt-Sax alle 3 bis spätestens 4 Jahre eine Generalüberholung fällig ist. Das heißt, dass fast alle Polster getauscht und die Mechanik überprüft und gangbar gemacht werden muss.
Ich habe aus Kostengründen schon verschiedene Instrumentenbauer ausprobiert und bin dabei teilweise kräftig reingefallen. Jetzt bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass ich gerne 500 bis 600 Euro für eine saubere Überholung ausgebe und da keine Kompromisse mehr mache. Nur eine perfekt eingestellt Tröte macht auch Spaß beim Spielen.Als sehr guten Laden mit aus meiner Sicht den perfektesten Generalüberholungen kann ich den Sax-Laden "Der Gute Ton" in Stuttgart in der Tübinger-Strasse empfehlen. Inhaber ist Josef Distler, der übrigens früher bei der Fa. Kohlert in Winnenden gearbeitet hat. Der Laden ist unter www.josefdistler.de zu erreichen.
Ebenfalls einen guten Saxophon-Laden mit dem Schwerpunkt Vintage-Saxophone und zugehöriger Riesenauswahl führt Bruno Waltersbacher in Lahr.
11.2. Zum Schluß
Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich selbstverständlich keinen Alleinanspruch auf Allgemeingültigkeit oder Richtigkeit meiner Facharbeit stelle. Wer sich auf die hier gegebenen Inhalte berufen will, muss sich vorher an anderer Stelle über die Richtigkeit vergewissern. Zudem wird natürlich meine subjektive Einstellung wieder gespiegelt und zum anderen bin ich schon gar kein Berufsmusiker. Gerade hier in meinem persönlichen Resumee gebe ich ausschließlich meine eigene Meinung wieder. Deshalb bin ich auch froh, wenn ich etwas Feedback in mein Gästebuch bekomme.
Gelegentlich erreicht mich eine Anfrage nach dem Wert eines bestimmten Saxophons. Das kann ich als Hobbymusiker nicht einschätzen. Ich kann nur soviel sagen, dass ein großer Teil des Wertes im Zustand des Instruments liegt. Damit meine ich, dass ein frisch überholtes Instrument viel mehr Spielspaß bringt als ein Saxophon eines namhaften Herstellers in einem schlechten Zustand.
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