Warum Saxophone?
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Seit
ca. 1830 machte man sich Gedanken, wie man in Orchestern das Problem im tiefen Klangbereich lösen könnte. Dies betraf vor allem die tiefen Blasinstrumente. Zur damaligen Zeit standen hierfür die Ophikleide zur Verfügung. Es handelte sich dabei um ein Fagott-ähnliches Blechblasinstrument, welches über ein trompetenähnliches Mundstück verfügte. Die Ophikleide galt vor allem in geschlossenen Räumen als klanglich unangenehm und zu aufdringlich.
Auf der Seite der Holzblasinstrumente stand der Ophikleide das Fagott mit dem Doppelrohrblatt als Tonerzeuger gegenüber. Das klanglich an die Streicher anzu-lehnende Fagott galt innerhalb des Orchesters wiederum als zu schwach und zu wenig durchsetzungsfähig.
Grundsätzlich war die Wirkung von Streichinstrumente im Freien zu schwach. Dieser Problemstellung nahm sich auch der Erfinder des später so genannten Saxophons, Adolphe Sax, an.
Bei der Vorstellung seines neuen Instrumentes im Jahr 1842 hob er genau diesen Vorteil hervor: Der Charakter komme einem Streichinstrument recht nahe, jedoch verfüge das Instrument ("saxophone basse en cuivre") über wesentlich mehr Kraft und Intensität. Das erste Saxophon war daher ein Bass-Saxophon, welches Adolphe Sax selbst spielte.
Erst nach 1844 komplettierte Sax seine Instrumentenfamilie, indem er ein Quartett mit Sopran-, Tenor-, Bass-, und Kontrabasssaxophon aufstellte. Die ersten Erfolge hatte das neue Saxophon zunächst vor allem in der Militärmusik. Die Komponisten der damaligen Zeit lobten zwar das Instrument, es fand jedoch nur spärlichen Einzug in die Orchester- und Opernmusik.
Diese fehlende Anerkennung gilt als einer der Gründe, weshalb Sax im Jahre 1858 durch die Gründung eines eigenen Verlages Kompositionen und Publikationen hinsichtlich des Saxophons zu fördern versuchte. Die Niederlage Frankreichs bei der Schlacht von Sedan 1870 wirkte sich nicht nur auf den Kaiser Napoleon III negativ aus. Die Militärmusik-Klassen im Conservatoire zu Paris wurden abgeschafft, Sax verlor dort seine Anstellung als Lehrer.
Zudem war bereits seit 1866 sein Grund-Patent abgelaufen, sodass dem Nachbau durch seine ihn seit viele Jahre neidenden Konkurrenten nichts mehr im Wege stand. Um 1920 wurde das Saxophon vor allem im Rahmen des aufkeimenden Musikstils Jazz sehr populär und setzte seinen Siegeszug bis in die heutige Zeit vor allem im Rock- und Pop-Bereich fort.
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